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Röhren, Gefäße oder Adern genannt, welche bei allen, mit einziger Ausnahme des Lanzettfiſchchens, von einem zuſammenziehbaren, fleiſchigen Beutel, dem Herzen, ihren Urſprung nehmen, ſich immer mehr und mehr verzweigen und verästeln, bis ſie in den einzelnen Organen und unter der Körperoberfläche zu einem Netze außerordentlich dünner Röhren, Haargefäße genannt, geworden ſind (Fig. 4). In dieſen Haargefäßen findet auf chemiſchem Wege die Umbildung des Blutes in neue Körperbeſtandtheile und Rückbildung der unbrauchbar gewordenen in Blut ſtatt, und erzeugt ſich wie bei jedem chemiſchen Vorgange Wärme, jene thieriſche Wärme, die den belebten Körper vom Leichname, in welchem ſolche Vorgänge nicht mehr ſtatt haben, unterſcheidet.

Die Haargefäße vereinigen ſich wieder zu größeren und immer größeren Adern, um an anderer Stelle wieder in das Herz zurückzutreten.

Wir lernten oben als eines der Ausſcheidungsproducte des thieriſchen Körpers die Ausathmungsluft kennen und müſſen hier in’s Auge faſſen, daß namentlich Kohlenſäure, jenes nicht athembare Gas, das im Champagner und in allen mourſſirenden Getränken perlt, und Waſſerdampf die beiden Beſtandtheile derſelben ſind, welche von der Rückbildung der unbrauchbar gewordenen Körperbeſtandtheile herrühren, während der Reſt Stickſtoff iſt, ein Gas, das wir mit der Luft einathmen und beim Ausathmen unverändert zurückgeben.

Kohlenſäure beſteht aber aus zwei Beſtandtheilen, Kohlenſtoff oder reiner Kohle, die einen Haupttheil der thieriſchen Beſtandtheile ausmacht, und Sauerſtoff, einem zweiten Beſtandtheile der Luft, der das Brennen irgend eines Körpers ermöglicht, und gleichzeitig jener Beſtandtheil der Luft, der nicht wie der Stickſtoff beim Ausathmen zurückgegeben, ſondern zurückbehalten wird, weil ihn der Thierkörper benöthigt, um den verbrauchten Kohlenſtoff, bekanntlich einen feſten Körper, mit ſeiner Hilfe in ein Gas umwandeln und bei dem Ausathmen wieder ausfcheiden zu können. Damit nun das Blut die zweite ihm zufallende Aufgabe, die nicht minder wichtig iſt, als die uns ſchon bekannte erſte des Ausbauens neuer Theile, nämlich die des Ausſcheidens verbrauchter, und insbeſondere des feſten Kohlenſtoffes in Form gasförmiger Kohlenſäure, zu löſen im Stande ſei, muß ihm Gelegenheit geboten ſein, ſich fort und fort mit Sauerſtoff, der ja ſo raſch zur Bildung der Kohlenſäure verwendet wird, zu versehen, und dieſe Gelegenheit wird ihm durch ein Organſyſtem geboten, das man das Athmungsſyſtem nennt. Je nachdem nun die Thiere in der Luft oder im Waſſer leben, ſind auch ihre Athemorgane verſchieden. Die in der Luft lebenden Wirbelthiere beſitzen gewöhnlich Lungen, d.h. häutige Einſtülpungen gegen Innen zu, dazu beſtimmt, mit Luft gefüllt zu werden, und die an den Wänden derſelben ungemein zahlreich vorhandenen Haargefäßnetze mit Sauerſtoff, der durch deren Wandungen aufge-

Fig. 4

1 Drei Zehen eines Froſchfußes mit der Schwimmhaut (ſchwach vergrößert). a Venen, b Arterien, durch ein Netzwerk von Haargefäßen miteinander verbunden. 2 Ein kleiner Theil dieſes Netzwerkes, circa 100mal vergrößert. ab kleine Venen, c ſternförmige Pigmentzellen der Froſchhaut, d Haargefäße, mit großen Blutkörperchen gefüllt, die ſich in der Richtung der Pfeile bewegen.

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Röhren, Gefäße oder Adern genannt, welche bei allen, mit einziger
Ausnahme des Lanzettfiſchchens, von einem zuſammenziehbaren, fleiſchigen
Beutel, dem Herzen, ihren Urſprung nehmen, ſich immer mehr und mehr
verzweigen und verästeln, bis ſie in den einzelnen Organen und unter der
Körperoberfläche zu einem Netze außerordentlich dünner Röhren,
Haargefäße genannt, geworden ſind (Fig. 4). In dieſen Haargefäßen findet
auf chemiſchem Wege die Umbildung des Blutes in neue Körperbeſtandtheile
und Rückbildung der unbrauchbar gewordenen in Blut ſtatt, und erzeugt
ſich wie bei jedem chemiſchen Vorgange Wärme, jene thieriſche Wärme, die
den belebten Körper vom Leichname, in welchem ſolche Vorgänge nicht mehr
ſtatt haben, unterſcheidet.

Die Haargefäße vereinigen ſich wieder zu größeren und immer größeren
Adern, um an anderer Stelle wieder in das Herz zurückzutreten.

Wir lernten oben als eines der Ausſcheidungsproducte des thieriſchen
Körpers die Ausathmungsluft kennen und müſſen hier in’s Auge faſſen, daß
namentlich Kohlenſäure, jenes nicht athembare Gas, das im Champagner und
in allen mourſſirenden Getränken perlt, und Waſſerdampf die beiden
Beſtandtheile derſelben ſind, welche von der Rückbildung der unbrauchbar
gewordenen Körperbeſtandtheile herrühren, während der Reſt Stickſtoff
iſt, ein Gas, das wir mit der Luft einathmen und beim Ausathmen
unverändert zurückgeben.

Kohlenſäure beſteht aber aus zwei Beſtandtheilen, Kohlenſtoff oder
reiner Kohle, die einen Haupttheil der thieriſchen Beſtandtheile
ausmacht, und Sauerſtoff, einem zweiten Beſtandtheile der Luft, der das
Brennen irgend eines Körpers ermöglicht, und gleichzeitig jener
Beſtandtheil der Luft, der nicht wie der Stickſtoff beim Ausathmen
zurückgegeben, ſondern zurückbehalten wird, weil ihn der Thierkörper
benöthigt, um den verbrauchten Kohlenſtoff, bekanntlich einen feſten
Körper, mit ſeiner Hilfe in ein Gas umwandeln und bei dem Ausathmen
wieder ausfcheiden zu können. Damit nun das Blut die zweite ihm
zufallende Aufgabe, die nicht minder wichtig iſt, als die uns ſchon
bekannte erſte des Ausbauens neuer Theile, nämlich die des Ausſcheidens
verbrauchter, und insbeſondere des feſten Kohlenſtoffes in Form
gasförmiger Kohlenſäure, zu löſen im Stande ſei, muß ihm Gelegenheit
geboten ſein, ſich fort und fort mit Sauerſtoff, der ja ſo raſch zur
Bildung der Kohlenſäure verwendet wird, zu versehen, und dieſe
Gelegenheit wird ihm durch ein Organſyſtem geboten, das man das
Athmungsſyſtem nennt. Je nachdem nun die Thiere in der Luft oder im
Waſſer leben, ſind auch ihre Athemorgane verſchieden. Die in der Luft
lebenden Wirbelthiere beſitzen gewöhnlich Lungen, d.h. häutige
Einſtülpungen gegen Innen zu, dazu beſtimmt, mit Luft gefüllt zu werden,
und die an den Wänden derſelben ungemein zahlreich vorhandenen
Haargefäßnetze mit Sauerſtoff, der durch deren Wandungen aufge-
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Röhren, _Gefäße_ oder _Adern_ genannt, welche bei allen, mit einziger Ausnahme des Lanzettfiſchchens, von einem zuſammenziehbaren, fleiſchigen Beutel, dem _Herzen_, ihren Urſprung nehmen, ſich immer mehr und mehr verzweigen und verästeln, bis ſie in den einzelnen Organen und unter der Körperoberfläche zu einem Netze außerordentlich dünner Röhren, _Haargefäße_ genannt, geworden ſind (Fig. 4). In dieſen Haargefäßen findet auf chemiſchem Wege die Umbildung des Blutes in neue Körperbeſtandtheile und Rückbildung der unbrauchbar gewordenen in Blut ſtatt, und erzeugt ſich wie bei jedem chemiſchen Vorgange Wärme, jene thieriſche Wärme, die den belebten Körper vom Leichname, in welchem ſolche Vorgänge nicht mehr ſtatt haben, unterſcheidet.

Die Haargefäße vereinigen ſich wieder zu größeren und immer größeren Adern, um
an anderer Stelle wieder in das Herz zurückzutreten.

Wir lernten oben als eines der Ausſcheidungsproducte des thieriſchen Körpers die Ausathmungsluft kennen und müſſen hier in’s Auge faſſen, daß namentlich _Kohlenſäure_, jenes nicht athembare Gas, das im Champagner und in allen mourſſirenden Getränken perlt, und _Waſſerdampf_ die beiden Beſtandtheile derſelben ſind, welche von der Rückbildung der unbrauchbar gewordenen Körperbeſtandtheile herrühren, während der Reſt Stickſtoff iſt, ein Gas, das wir mit der Luft einathmen und beim Ausathmen unverändert zurückgeben.

Kohlenſäure beſteht aber aus zwei Beſtandtheilen, _Kohlenſtoff oder reiner Kohle_, die einen Haupttheil der thieriſchen Beſtandtheile ausmacht, und _Sauerſtoff_, einem zweiten Beſtandtheile der Luft, der das Brennen irgend eines Körpers ermöglicht, und gleichzeitig jener Beſtandtheil der Luft, der nicht wie der Stickſtoff beim Ausathmen zurückgegeben, ſondern zurückbehalten wird, weil ihn der Thierkörper benöthigt, um den verbrauchten Kohlenſtoff, bekanntlich einen feſten Körper, mit ſeiner Hilfe in ein Gas umwandeln und bei dem Ausathmen wieder ausfcheiden zu können. Damit nun das Blut die zweite ihm zufallende Aufgabe, die nicht minder wichtig iſt, als die uns ſchon bekannte erſte des Ausbauens neuer Theile, nämlich die des Ausſcheidens verbrauchter, und insbeſondere des feſten Kohlenſtoffes in Form gasförmiger Kohlenſäure, zu löſen im Stande ſei, muß ihm Gelegenheit geboten ſein, ſich fort und fort mit Sauerſtoff, der ja ſo raſch zur Bildung der Kohlenſäure verwendet wird, zu versehen, und dieſe Gelegenheit wird ihm durch ein Organſyſtem geboten, das man das _Athmungsſyſtem_ nennt. Je nachdem nun die Thiere in der Luft oder im Waſſer leben, ſind auch ihre Athemorgane verſchieden. Die in der Luft lebenden Wirbelthiere beſitzen gewöhnlich _Lungen_, d.h. häutige Einſtülpungen gegen _Innen_ zu, dazu beſtimmt, mit Luft gefüllt zu werden, und die an den Wänden derſelben ungemein zahlreich vorhandenen Haargefäßnetze mit Sauerſtoff, der durch deren Wandungen aufge-
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Röhren, Gefäße oder Adern genannt, welche bei allen, mit einziger
Ausnahme des Lanzettfischchens, von einem zusammenziehbaren, fleischigen
Beutel, dem Herzen, ihren Ursprung nehmen, sich immer mehr und mehr
verzweigen und verästeln, bis sie in den einzelnen Organen und unter der
Körperoberfläche zu einem Netze außerordentlich dünner Röhren,
Haargefäße genannt, geworden sind (Fig. 4). In diesen Haargefäßen findet
auf chemischem Wege die Umbildung des Blutes in neue Körperbestandtheile
und Rückbildung der unbrauchbar gewordenen in Blut statt, und erzeugt
sich wie bei jedem chemischen Vorgange Wärme, jene thierische Wärme, die
den belebten Körper vom Leichname, in welchem solche Vorgänge nicht mehr
statt haben, unterscheidet.

Die Haargefäße vereinigen sich wieder zu größeren und immer größeren
Adern, um an anderer Stelle wieder in das Herz zurückzutreten.

Wir lernten oben als eines der Ausscheidungsproducte des thierischen
Körpers die Ausathmungsluft kennen und müssen hier in’s Auge fassen, daß
namentlich Kohlensäure, jenes nicht athembare Gas, das im Champagner und
in allen mourssirenden Getränken perlt, und Wasserdampf die beiden
Bestandtheile derselben sind, welche von der Rückbildung der unbrauchbar
gewordenen Körperbestandtheile herrühren, während der Rest Stickstoff
ist, ein Gas, das wir mit der Luft einathmen und beim Ausathmen
unverändert zurückgeben.

Kohlensäure besteht aber aus zwei Bestandtheilen, Kohlenstoff oder
reiner Kohle, die einen Haupttheil der thierischen Bestandtheile
ausmacht, und Sauerstoff, einem zweiten Bestandtheile der Luft, der das
Brennen irgend eines Körpers ermöglicht, und gleichzeitig jener
Bestandtheil der Luft, der nicht wie der Stickstoff beim Ausathmen
zurückgegeben, sondern zurückbehalten wird, weil ihn der Thierkörper
benöthigt, um den verbrauchten Kohlenstoff, bekanntlich einen festen
Körper, mit seiner Hilfe in ein Gas umwandeln und bei dem Ausathmen
wieder ausfcheiden zu können. Damit nun das Blut die zweite ihm
zufallende Aufgabe, die nicht minder wichtig ist, als die uns schon
bekannte erste des Ausbauens neuer Theile, nämlich die des Ausscheidens
verbrauchter, und insbesondere des festen Kohlenstoffes in Form
gasförmiger Kohlensäure, zu lösen im Stande sei, muß ihm Gelegenheit
geboten sein, sich fort und fort mit Sauerstoff, der ja so rasch zur
Bildung der Kohlensäure verwendet wird, zu versehen, und diese
Gelegenheit wird ihm durch ein Organsystem geboten, das man das
Athmungssystem nennt. Je nachdem nun die Thiere in der Luft oder im
Wasser leben, sind auch ihre Athemorgane verschieden. Die in der Luft
lebenden Wirbelthiere besitzen gewöhnlich Lungen, d.h. häutige
Einstülpungen gegen Innen zu, dazu bestimmt, mit Luft gefüllt zu werden,
und die an den Wänden derselben ungemein zahlreich vorhandenen
Haargefäßnetze mit Sauerstoff, der durch deren Wandungen aufge-
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Röhren, _Gefäße_ oder _Adern_ genannt, welche bei allen, mit einziger Ausnahme des Lanzettfischchens, von einem zusammenziehbaren, fleischigen Beutel, dem _Herzen_, ihren Ursprung nehmen, sich immer mehr und mehr verzweigen und verästeln, bis sie in den einzelnen Organen und unter der Körperoberfläche zu einem Netze außerordentlich dünner Röhren, _Haargefäße_ genannt, geworden sind (Fig. 4). In diesen Haargefäßen findet auf chemischem Wege die Umbildung des Blutes in neue Körperbestandtheile und Rückbildung der unbrauchbar gewordenen in Blut statt, und erzeugt sich wie bei jedem chemischen Vorgange Wärme, jene thierische Wärme, die den belebten Körper vom Leichname, in welchem solche Vorgänge nicht mehr statt haben, unterscheidet.

Die Haargefäße vereinigen sich wieder zu größeren und immer größeren Adern, um
an anderer Stelle wieder in das Herz zurückzutreten.

Wir lernten oben als eines der Ausscheidungsproducte des thierischen Körpers die Ausathmungsluft kennen und müssen hier in’s Auge fassen, daß namentlich _Kohlensäure_, jenes nicht athembare Gas, das im Champagner und in allen mourssirenden Getränken perlt, und _Wasserdampf_ die beiden Bestandtheile derselben sind, welche von der Rückbildung der unbrauchbar gewordenen Körperbestandtheile herrühren, während der Rest Stickstoff ist, ein Gas, das wir mit der Luft einathmen und beim Ausathmen unverändert zurückgeben.

Kohlensäure besteht aber aus zwei Bestandtheilen, _Kohlenstoff oder reiner Kohle_, die einen Haupttheil der thierischen Bestandtheile ausmacht, und _Sauerstoff_, einem zweiten Bestandtheile der Luft, der das Brennen irgend eines Körpers ermöglicht, und gleichzeitig jener Bestandtheil der Luft, der nicht wie der Stickstoff beim Ausathmen zurückgegeben, sondern zurückbehalten wird, weil ihn der Thierkörper benöthigt, um den verbrauchten Kohlenstoff, bekanntlich einen festen Körper, mit seiner Hilfe in ein Gas umwandeln und bei dem Ausathmen wieder ausfcheiden zu können. Damit nun das Blut die zweite ihm zufallende Aufgabe, die nicht minder wichtig ist, als die uns schon bekannte erste des Ausbauens neuer Theile, nämlich die des Ausscheidens verbrauchter, und insbesondere des festen Kohlenstoffes in Form gasförmiger Kohlensäure, zu lösen im Stande sei, muß ihm Gelegenheit geboten sein, sich fort und fort mit Sauerstoff, der ja so rasch zur Bildung der Kohlensäure verwendet wird, zu versehen, und diese Gelegenheit wird ihm durch ein Organsystem geboten, das man das _Athmungssystem_ nennt. Je nachdem nun die Thiere in der Luft oder im Wasser leben, sind auch ihre Athemorgane verschieden. Die in der Luft lebenden Wirbelthiere besitzen gewöhnlich _Lungen_, d.h. häutige Einstülpungen gegen _Innen_ zu, dazu bestimmt, mit Luft gefüllt zu werden, und die an den Wänden derselben ungemein zahlreich vorhandenen Haargefäßnetze mit Sauerstoff, der durch deren Wandungen aufge-
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